Archiv für Januar 2012

Kleine Zusammenfassung…

Dienstag, 31. Januar 2012

…der letzten 3 Wochen. Solange, haben wir mit Schrecken festgestellt, ist es her, dass wir unseren letzten Logbucheintrag geschrieben haben.
Also, in der Zwischenzeit habe ich das Loch am Kielansatz wieder zugeschweißt, den Motorraum entrostet und gemalt, wir haben das Unterwasserschiff mit drei Schichten Epoxy gemalt, die Propellerwelle mit neuem Drucklager, Wellendichtung und Gummilager wieder eingebaut, das Ruder wieder eingebaut, die Wasserlinie mit weiß gemalt (kein schöner blauer Streifen mehr), die Bilge unter dem Salon entrostet (aber noch nicht gemalt, da immer noch nicht trocken) und so einige weitere Arbeiten erledigt.
Das hört sich nicht nach viel an, aber, wie wir ja wissen, dauert alles am Boot zwei bis dreimal so lang, wie man denkt. Dazu kommt noch das wechselhafte Wetter, das durch häufigen Regen oft verhindert, dass man seinen Malplan einhalten kann.
Ein kleines Nebenprojekt habe ich auch angefangen. Es hat mal wieder mit unserem Dinghi zu tun. Der Luftboden unseres Beibootes gibt allmählich endgültig den Geist auf, sprich er verliert Luft, trotz aller Flicken, die ich mittlerweile aufgeklebt habe. Jemand gab mir den Tipp, einen geformten Einlegeboden aus Glasfaser zu bauen, und damit den Luftboden überflüssig zu machen. Man nehme das Beiboot, drehe es um, reibe es mit Wachs ein, und lege einfach ein paar Glasfasermatten mit Polyester auf, fertig. Hört sich einfach an, im Detail gibt es aber einige Hürden. Dabei musste ich feststellen, dass GFK wirklich nicht mein Material ist. Das Polyesterharz klebt überall, härtet zu schnell aus, man muss es zwischen den Lagen immer wieder anschleifen, der Schleifstaub juckt wie Teufel…eine Sauerei.
Lieber schweiße ich ein paar Platten in den Rumpf, als mit diesem Plastikzeugs rumzumachen. Aber was ich angefangen habe, muss ich auch zu Ende bringen, und dann haben wir vielleicht wieder zwei funktionierende Beiboote (Astrid ist zur Zeit mit unserem kleinen Festdinghi zur Arbeit unterwegs, und wird immer schön nass in der Lagune).
Außerdem habe ich zwischendurch immer wieder mal ein paar kleine Elektroarbeiten auf dem Boot unseres Farbenhökers gemacht, und der Arbeitslohn wird mit unseren Einkäufen verrechnet. Praktisch.
Nun steht Buena Vista da, mit ihrem neuen Kleid in Grau und wartet darauf, dass wir das neue Antifouling aufbringen. Dafür brauchen wir zwei Tage ohne Regen. Das wird schwierig. Und in zwei Wochen geht unser Kranfahrer für drei Wochen in den Urlaub. Wäre schön, wenn wir vorher wieder ins Wasser kämen. (B)

Der Alltag…

Freitag, 06. Januar 2012

… hat uns nach unserem freien Tag wieder voll im Griff. Wir haben noch ein dünnes Stück Stahl gefunden und beschlossen, dieses auch zu ersetzen. Also schnitt Björn mal wieder ein Loch in unseren Rumpf. Hört das denn nie auf!!! Allmählich haben wir es echt satt. Die Boatyard-Leute machen schon Witze über uns. Sie hören den Rost wachsen. Mittlerweile habe ich schon eine Killing-Liste erstellt. Jeder der Witze über unser Stahlboot macht steht drauf. Nur der Zeitpunkt ist ungewiss.
Björn flext und schweißt wie ein Wilder. Und noch lange sind wir nicht in dem Stadium des Zusammenbaus. Dennoch sind die Leute hier sehr nett und hilfsbereit, trotz blöder Witze.
Ich arbeite derweil in der Tauchschule. Denn irgendwie müssen wir ja wieder Geld in unsere Bordkasse bekommen, da die Reparaturen doch mehr kosten als wir veranschlagt hatten.
So wurstelt Björn allein am Boot und ich versuche Leuten das Tauchen beizubringen. 10 Stunden am Tag sind keine Seltenheit und abends sind wir teilweise noch zu müde, um etwas zu essen. Manchmal möchte ich nicht einmal mehr reden. Weit entfernt ist nun der freie Tag am Strand.
Aber irgendwann werden wir anfangen unsere Kleine wieder zusammenzubauen und mit Antifouling zu bestreichen. Irgendwann, hoffentlich bald…. (A)

Besuch aus Deutschland

Mittwoch, 04. Januar 2012

Rene, ein ehemaliger Arbeitskollege von Björn und seine Frau Simone hatten sich angekündigt. Sie machen eine Karibikkreuzfahrt und landeten heute für einen Tag auf St. Maarten. Natürlich nahmen wir uns frei, um den Tag mit ihnen zu verbringen.
Es war schon aufregend. 3 ½ Jahre waren vergangen, seit wir uns zuletzt gesehen haben. Wir fuhren mit den beiden zur Maho Beach, dem Strand der direkt hinter der Landebahn liegt. Das ist ein wirkliches Highlight. Die Flugzeuge landen so dicht über den Badenden, dass man fast meinen könnte, sie flögen in die Menge hinein. Natürlich waren wir nicht allein am Strand und da die Beiden noch einmal baden wollten, fuhren wir zur Simpson Bay Beach, einem kilometerlangen weißen Sandstrand, an den sich kaum ein Tourist verirrt.
Wir genossen die Zeit am Strand und für uns war es auch mal wieder etwas anderes, einfach so am Strand zu sitzen und zu quatschen. Für uns ist das alles schon so normal und wenn man seine Umgebung mal mit den Augen anderer sieht, fällt einem auf, wie schön es eigentlich ist.
Auf ihrem Kreuzfahrtschiff gab es keine frischen Kokosnüsse. So spontan wie ich Björn selten erlebt habe, holte er sogleich zwei Kokosnüsse von der nahe gelegenen Palme herunter und ein Anwohner lieh uns ein Messer, um diese harte Frucht zu öffnen. So ganz schmeckte ihnen das warme Fruchtwasser wohl nicht. Es ist halt doch ein anderer Geschmack, als wir ihn aus deutschen Supermärkten kennen. Aber, man muss halt alles ‘mal probieren.
Zum Abschluss nahmen wir einen Abschiedstrunk im Jachtclub ein und sahen den Schiffen beim Herausfahren zu. Nun war es auch Zeit, sie wieder zu ihrem Schiff zu bringen.
Der Tag ging viel zu schnell zu Ende und voller Eindrücke fuhren wir nach Hause auf unsere Baustelle. Es war total schön, Besuch zu haben und mal wieder neue Eindrücke zu bekommen. Für die Beiden geht ihr Urlaub zu Ende und sie fliegen zurück nach Deutschland. Und wir, wir bleiben hier und gehen auch wieder unserem “geregelten” Arbeitsleben nach, mitten im Paradies. (A)

Happy New Year

Sonntag, 01. Januar 2012

Wir wünschen allen ein frohes und vor allem gesundes Neues Jahr!
Die letzten Wochen hatten wir kaum Zeit zu schreiben, wie es uns so geht. Wir sind immer noch auf dem Trockenen und es ist noch kein Ende abzusehen.
Vor 2 Wochen habe ich wieder angefangen zu arbeiten, da wir ja bei all unseren Ausgaben fürs Boot auch wieder etwas “reinbekommen” müssen. Der Nachteil ist, dass jetzt die Hauptlast der Arbeit am Boot bei Björn liegt. Aber irgendwie muss man einen Kompromiss finden.
Die ersten zwei Wochen habe ich gleich geschuftet wie eine Wilde. Die Hauptsaison ist eröffnet und viele Urlauber wollten die Weihnachtsfeiertage in der Karibik verbringen. Im Warmen!
Aber das war weit gefehlt. Pünktlich haben die sogenannten Christmastrades eingesetzt, das heißt viel Wind, Welle und Regen. So waren die Tauchbedingungen eher schwierig und die Sichtweiten nicht wirklich gut. Teilweise war ich abends zu müde, um zu essen und Björn, der mittlerweile sein Schweißdiplom gemacht hat, ging es auch nicht besser.
So ging das Jahr für uns anstrengend zu Ende. Gestern feierten wir mit einem anderen deutschen Pärchen auf deren Katamaran. Es war schön, mal wieder auf einem sauberen Boot zu sein. Wir redeten viel, schauten natürlich ‘Dinner for one’ und stießen mit Champagner auf das Neue Jahr an. Alles wird gut und es kann nur aufwärts gehen!
Heute haben wir einen Tag frei und morgen, morgen geht es dann weiter. (A)