Frohes neues Jahr 2017

08. Januar 2017

Allen, die noch unseren Blog lesen, wünschen wir ein frohes neues Jahr 2017.
Was gibt es Neues? Nicht viel. Seit unserem Ausflug in die grosse weite Welt im Jahr 2015 haben wir uns im letzten Jahr ziemlich bedeckt gehalten und sind überwiegend auf St. Martin geblieben. Überwiegend will heissen, dass ich einmal für ein paar Tage auf Überführung zu den US Virgin Islands gefahren bin (keine wirkliche Weltreise) und Astrid und ich im Oktober für 4 Wochen nach Deutschland geflogen sind, um Familie und Freunde zu besuchen.
Ansonsten haben wir wie immer fleissig vor uns hin gearbeitet und im Sommer, als Buena Vista auf dem Trockenen stand, mal wieder ein bisschen Rost geklopft und gemalt. Die To-Do-Liste  wurde nicht vollständig abgearbeitet, aber wir haben zumindest mal sichergestellt, dass unser Boot noch ein bisschen über Wasser bleibt. Ein schönes Projekt haben wir auch durchgeführt: unsere alte zerfetzte Sprayhood wurde entsorgt und durch ein schönes festes Dach aus GFK mit Alu-Stützen ersetzt. Nun müssen wir noch die Zeit finden, das Ganze mit Fenstern zu versehen, denn im Moment weht es unter dem Dach noch ordentlich durch - wir haben es mal provisorisch mit einer Plane abgedeckt. Wahrscheinlich ein weiteres Sommerprojekt.
Segeln werden wir wohl dieses Jahr nicht gehen, vielleicht mal ein bisschen um St. Martin herum, aber mir ist die Lust und der Reiz daran ein bisschen abhanden gekommen. Freizeitaktivitäten sind paddeln, radfahren, Musik hören oder machen und generell viel schlafen. Denn wer schläft, sündigt nicht ;-)
Astrid hat ihr Tauchpensum reduziert und hat dafür einen neuen Job als Schwimmlehrerin, für Kinder. Ganz schön anspruchsvoll aber auch interessant. Alles Teilzeit, so dass meist genügend Luft zum Ausruhen bleibt. Es gibt immer mal wieder Wochen in denen sie dann 6 Tage am Stück arbeitet, aber das bleibt hoffentlich die Ausnahme.
Ich habe meinen Fokus von Bootelektrik auf Schweissarbeiten und Metallkonstruktion verlegt. In der aktuellen Saison habe ich schon einige Solarpaneelrahmen neu gebaut, oder alte modifiziert. Und natürlich kommt immer wieder mal die eine oder andere Reparatur. Ist mal was Anderes und ich mochte schon immer mit Metall arbeiten.

Mal sehen, was das neue Jahr so bringt und wir versuchen in der Zwischenzeit den Kopf über Wasser zu halten.(B)

Der lange Weg zurück nach St. Martin

31. März 2016

Gerade ist es uns aufgefallen: Mensch, wir haben schon über ein Jahr lang nichts mehr ins Logbuch geschrieben. Durch Zufall trafen wir gerade Segelfreunde, die wir vor Jahren in Brasilien das letzte Mal gesehen hatten. Sie hatten in unser Logbuch geschaut, wähnten uns aufgrund des letzten Eintrags noch auf Mallorca und waren ganz erstaunt als sie uns hier auf St. Martin antrafen.

Tja, durch Facebook und Co. sind das Logbuch und unsere Homepage ziemlich in den Hintergrund gerutscht. Und so haben wir es versäumt, die Geschehnisse des letzten Jahres für unsere treuen Leser an dieser Stelle in Worte zu fassen. Hier also ein kurzes Update:

Im März letzten Jahres gingen wir mit drei Koffern nach Mallorca, um dort für eine Charterbasis zu arbeiten. Astrid bekam eine Stelle im Büro. Administration, Buchungen, Kundenkontakt und Betreuung der Chartergäste waren unter anderem ihre Aufgaben. Ich wurde als Mechaniker eingestellt (bzw. bekam einen Vertrag als “Autonomo” = freier Mitarbeiter). Die Charterbasis verfügte über rund 20 Boote, bis auf wenige Ausnahmen alles neuere Bavarias aus den letzten Jahren.
Unsere Erlebnisse in Mallorca könnten vermutlich ein ganzes Buch füllen und können deshalb hier auch nur in Kürze widergegeben werden:
Mallorca an sich war sehr schön, ein landschaftlicher Traum, leckeres und günstiges Essen, tolle Kultur, wir hatten eine kleine gemütliche und halbwegs bezahlbare Wohnung, es war aufregend, etwas Neues anzufangen, usw. Nach einer chaotischen, frustrierenden und anstrengenden Eingewöhnungszeit stellten wir aber bald fest, dass wir vermutlich auf Dauer nicht mit unseren Jobs in der Charterbasis glücklich werden würden. Weil wir zum Teil 6-7 Tage in der Woche arbeiten mussten, hatten wir kaum noch Energie, all das Schöne zu geniessen. Freitag und Samstag, zum Charterwechsel, wurde es immer besonders stressig. Sonntags musste ich öfter mal los, um Kleinigkeiten oder grössere Probleme an den Booten zu beheben. Montags war frei, es sei denn, man musste wieder mal los, um Kunden in einem Hafen oder Ankerplatz am anderen Ende der Insel zu helfen. Wir sahen auf diese Weise schon einiges von der Insel, aber eben immer nur,  um irgendwo etwas zu reparieren. Den Rest der Woche verbrachten wir damit, die Boote vorzubereiten, die am darauffolgenden Wochenende auf Charter gehen sollten.
Je mehr wir über das Geschäft lernten, umso weniger waren wir von der Seriosität der Firma überzeugt. Der finanzielle Unterbau schien zu fehlen. Mitarbeiter, so wie auch am Ende wir, mussten teilweise monatelang auf ihr Gehalt warten. Auf der anderen Seite wurden neue Boote im Wert von mehreren hunderttausend € angeschafft - auf Pump. Scheint aber generell ein Thema bei Bootsverleihern zu sein.
Kurz und gut, wir zogen die Notbremse und beendeten die Zusammenarbeit, bevor die Probezeit abgelaufen war. Wir dachten darüber nach, ob wir uns andere Jobs auf Mallorca suchen sollten, aber letztendlich fiel unsere Entscheidung dagegen aus. Ein wichtiger Punkt war unter anderem, dass Buena Vista immer noch auf St. Martin war und wir schlecht damit zurecht kamen, dass unser Leben auf diese Weise so geteilt war. Einerseits lebten wir auf Mallorca, andererseits war unser Boot, und viele unserer Freunde auf St. Martin geblieben.

Da kam das Angebot unserer alten Freunde Cheryl und René von Gypsy Blues, ihnen dabei zu helfen, ihr Boot von Hawaii nach St. Martin zu überführen. Wir würden also mit unseren drei Koffern nach Hawaii fliegen, und von dort nach San Francisco und danach die Westküste der USA und Mexiko nach Panama segeln. Danach durch die Karibik und zurück nach St. Martin. Hörte sich nach einem guten Plan an und so kam es dann auch, mehr oder weniger. Diese Story könnte ein weiteres Buch füllen, auch diesmal nur die Kurzfassung:
Ende Juli flogen wir von Mallorca nach Deutschland, ein paar Tage später nach Hawaii, um dort auf der Gypsy Blues anzuheuern. Die ersten zwei Wochen segelten wir von Insel zu Insel, um das Boot und die Crew einzusegeln. Dabei stellten wir schon fest, dass das Boot nicht in einem so guten Zustand war, wie es uns beschrieben wurde. Ein paar Jahre Segeln im Pazifik und ein Jahr Lagerung in Hawaii hatten ihre Spuren in der Ausrüstung und Technik hinterlassen. Also musste einiges repariert werden - normal.
Die Überfahrt nach San Francisco war lang, 24 Tage, über 3000 Meilen in meist leichten, teilweise etwas unangenehmen Bedingungen. Ich hatte es schwer, in den Rhythmus zu kommen - die Enttäuschung, Erschöpfung und das Auf und Ab der Zeit auf Mallorca nagte noch an mir, und ich fühlte mich nicht wohl, wurde tagelang seekrank. Dazu kam, dass Cheryl und René einen ziemlich anderen Stil der Reise auf See pflegen. Es ist schwer, in wenige Worte zu fassen, aber ich hatte das Gefühl, nicht so richtig auf das Boot zu passen.
Ich hatte mehrfach den Gedanken, in San Francisco auszusteigen, und von dort aus mit irgendeinem anderen Fortbewegungsmittel nach St. Martin zu kommen. Das wäre auch völlig ok gewesen. Wir hatten mit den beiden von der Gypsy Blues ausgemacht, dass wir auf jeden Fall bis Frisco mitkommen würden, und dort entscheiden, wie es weitergeht, je nachdem, wie wir miteinander klarkommen. Ein Knackpunkt war aber, dass René von dort aus nach St. Martin fliegen musste, um seinen neuen Job anzutreten, und wir dann mit Cheryl weiter nach Süden/Osten segeln sollten. Wären wir auch in San Francisco ausgestiegen, dann hätten die beiden ein Problem gehabt, denn Cheryl hätte das Boot nicht alleine bewegen können. Also machten wir weiter und segelten/motorten zu dritt weiter entlang der Westküste.
Wie es so kommt, und wie man sich ja auch denken kann, ist so ein Aufenthalt auf einem kleinen Boot mit drei Leuten auf längere Zeit nicht ohne Komplikationen. Astrid und ich fuhren Hand gegen Koje mit. Cheryl war Eigner, Astrid war Crew und ich war nun der Skipper. Das gab reichlich Material für Diskussionen, Konflikte und Streit. Zum Beispiel mussten wir darum diskutieren, ob und wieviele Flaschen Cola gekauft wurden. Astrid und ich trinken gerne eine Cola in der Nachtwache, Cheryl nicht. Auch andere Proviantelemente wurden diskutiert, wenn sie nicht auf Cheryls Plan standen. Man sollte meinen, wenn man Freunde mitnimmt, die einem helfen, sein Boot von A nach B zu bringen, wenn man es alleine nicht kann, dann würde man ihnen das zu Essen und Trinken geben, was sie mögen - im vernünftigen Rahmen natürlich. Sollte man meinen…
Der Trip nach Panama war segeltechnisch nicht einfach, weil es über weite Strecken wenig oder keinen Wind gab, wir auf der anderen Seite am Ende der Hurrikansaison unterwegs waren und weil wir manche Küstenabschnitte passierten, die für ihren plötzlich auftretenden Starkwind berüchtigt sind. Hinzu kamen immer wieder Reparaturen und Wartungsarbeiten, denn wir mussten über weite Strecken motoren. Wir kamen im Verlauf der Reise immer mehr in unter Zeitdruck, denn Astrid und ich hatten uns bis maximal Mitte Dezember vorgenommen, um zurück in St. Martin zu sein.
Insgesamt arbeiteten wir ganz ordentlich zusammen, denn schliesslich kamen wir ja in Panama an. Jedoch nahm die Spannung zwischen Cheryl und mir immer mehr zu, mit Astrid dazwischen, die versuchte, auszugleichen. Eine Erleichterung kam, als Cheryls Bruder Steve in Acapulco zu uns an Bord kam. Das verbesserte das Gleichgewicht in der Crew erheblich. Es half Cheryl, die vorher ja “alleine gegen zwei” war und unterstützte mich, denn er akzeptierte mich anstandslos als Skipper.
Für Nichtsegler mag dies etwas akademisch erscheinen, aber letztendlich ist diese Rollenverteilung wichtig für die Sicherheit von Crew und Boot. Man kann alles diskutieren und in Frage stellen, aber nicht zu jedem Zeitpunkt. Und es ist ermüdend, wenn man immer alles erklären muss und das Gefühl hat, man würde ständig in Frage gestellt. Cheryls Problem war wohl hauptsächlich, dass sie zuvor ausser mit ihrem Mann mit niemand anderem gesegelt war, vor allem nicht über so eine lange Zeit. Astrid und ich haben halt in manchen Dingen einen anderen Stil oder eine andere Vorgehensweise.
Auf jeden Fall können wir sagen, dass wir das Boot sicher und heil nach Panama gebracht haben, was immer das wichtigste Ziel beim Segeln sein sollte. Das andere Ziel, in der vorgegebenen Zeit nach St. Martin zu kommen, haben wir nicht erreicht, jedenfalls nicht mit Gypsy Blues. Es wurde Anfang Dezember, bis wir durch den Panamakanal auf die Karibikseite kamen. 4 1/2 Monate unterwegs und 7000 Seemeilen waren genug und Astrid und ich wollten endlich wieder zurück zu unserem Boot, zu unseren Freunden und ein schönes Weihnachten feiern. Steve musste auch nach Hause nach Nova Scotia. So liessen wir Cheryl auf ihrem Boot zurück, und flogen nach St. Martin.
Cheryl blieb jedoch nur für ein paar Tage alleine, denn René hatte sich freigenommen, um die letzte Etappe mit seiner Frau nach St. Martin zu segeln. 1000 Seemeilen Luftlinie gegen den Wind, schon unter normalen Bedingungen keine einfache Strecke, schon gar nicht im Dezember und Januar, wenn in den meisten Jahren die “Christmas Trades” mit 20 - 25 Knoten aus Osten wehen. Die beiden hatten aber Glück, denn im Januar hatten sie ungewöhnlich wenig Wind und so kamen sie dann Ende Januar in St. Martin an.

Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder am Arbeiten, Astrid im Tauchshop, ich bei Custom Fit Marine.
Zeit, wieder etwas gutzumachen, denn der Ausflug nach Mallorca hatte mehr gekostet als eingebracht und der Trip von Hawaii nach Panama hat uns zwar Erfahrung und Erlebnisse gebracht, aber den Preis einiger Flugtickets gekostet. Aber gelernt haben wir wieder eine Menge. Immerhin. (B)

Pause vom Leben an Bord

02. März 2015

Einige werden es schon wissen, aber für diejenigen, die noch nichts davon gehört haben, hier ein kurzes “Update” von den Seewölfen, Lagunies und Buena Vistas:
Wir werden für dieses Jahr eine längere Pause vom Dasein als “Liveaboard” machen. Als Abwechslung zur Karibik haben wir uns mal das Mittelmeer ausgesucht und werden für eine Zeit nach Mallorca gehen. Nach Jahren des Bootslebens werden wir wieder an Land leben, mit festem Boden unter den Füssen. Unser Boot ist sicher an Land auf St. Martin gelagert.
So wird es in der näheren Zukunft keine neuen Berichte von neuen Reisen der Buena Vista geben, aber ab und zu eine Meldung von der Deutschen liebsten Urlaubsinsel. (B)

Ja, is denn scho’ wieder Weihnachten?

24. Dezember 2014

Huch, kaum versieht man sich, ist schon der 24.12. und damit offiziell (für Deutsche, alle anderen haben erst am 25.) Weihnachten.

Zeit, mal wieder ein paar Sätze zu schreiben, und Zeit, die üblichen Jahresendgrüsse zu verfassen.

Also, an alle diejenigen, die wir nicht per Email, Skype, oder sonstigen modernen Telekommunikationsmitteln erreichen:
Wir wünschen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Unsere unangenehme Zeit auf dem St. Martin Shipyard haben wir schnellstmöglich beendet und sei Mitte November schwimmt unser Boot wieder in der Lagune.
Die letzten beiden Wochen haben wir nochmal eine Bastelrunde am Dock vom Time Out Boat Yard eingelegt. Diesmal war der Niedergang/Lukenrahmen zur Achterkajüte dran. Wie gehabt, wurde dieser mal aus Holz gefertigt und so kam es über die Jahre, wie es bei Kombinationen zwischen Holz und Stahl immer geht: es rostet. Man kann sich aber nicht beschweren, denn beim Zerlegen des Rahmens haben wir auf der Rückseite eines Brettes eine Inschrift von 1984 gefunden. Also, hat doch 30 Jahre gehalten. So Bootsarchäologie ist schon was Tolles…
Jedenfalls war das Blech an ein paar Stellen durchgerostet und so musste ich mich mal wieder als Flickschweisser betätigen. Als Rahmen für das Steckschott wählte ich wieder, wie schon beim Hauptniedergang, ein einfaches L-Profil. Stilrein, Stahl auf Stahl, weiss gemalt, schön.
Bei der Gelegenheit schweisste ich gleich noch ein paar Beschläge aufs Achterdeck, die vorher geschraubt waren (=Rost), und so hoffen wir, dass diese Baustelle für eine Zeit lang Ruhe geben wird.
Nun hängen wir wieder an unserer Mooring und können malen, die Innenverkleidung wieder anbringen etc.
Aber zuerst machen wir mal Weihnachten - wenigstens gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen, wenn wir hier schon keinen Schnee haben…(B)

Nach dem Sturm

28. Oktober 2014

Nach einer dreimonatigen Sommerpause, die wir in Europa verbracht haben, sind wir seit einer Woche wieder auf Sint Maarten.
Hier arbeiten noch alle daran, die Folgen von Hurrikan Gonzalo zu beseitigen, der am 13. Oktober direkt über die Insel zog. Am heftigsten
hat es wohl die Yachties getroffen. Viele Boote wurden an den Strand
oder auf die Felsen getrieben, und dabei mehr oder weniger stark beschädigt, einige Boote wurden durch abtreibende grössere Fähren, Leichter oder ähnliches vesenkt oder mitgerissen und manche Boote sind direkt in der Marina gesunken.
Den St. Maarten Shipyard und den benachbarten Boatyard hat es wohl am schlimmsten getroffen. Alle Boote, die dort an den Stegen im Wasser lagen, sind entweder schwer beschädigt oder gleich ganz untergegangen.
Unser Boot, das auf dem St. Maarten Shipyard auf dem Trockenen stand, ist glücklicherweise fast unbeschädigt geblieben. Buena Vista steht lediglich etwas schief auf den Stützen, und hat eine kleine Delle unter den Stützen bekommen. Leider können die Leute vom Boatyard uns nicht wieder gerade richten, da sie nicht mit dem Kran harankommen. Auf dem ganzen Platz liegt Schrott und Unrat herum, wir haben im Moment weder Strom- noch Wasserversorgung am Boot und die Aufräumarbeiten verlaufen leider nur sehr langsam. Trotzdem sind wir ganz froh, dass es nicht schlimmer kam, denn es sind auf diesem Boatyard auch zwei Boote umgefallen, die auf dem Trockenen standen.
Das “Wohnboot” unserer Freunde Johness und Thomas hat es auch schwer erwischt. Es lag am Steg, als der Hurrikan einschlug, und mit zunehmendem Wind und den meterhohen Wellen in der Lagune wurde es so schlimm, dass sie das Boot verlassen mussten. Die Klampen begannen, herauszureissen, und am nächsten Morgen fanden sie ihr Boot halb untergegangen, mit dem Heck unter dem Dock verklemmt. Das völlige Versinken wurde nur durch den Umstand verhindert, dass sich noch zwei andere Boote darunter befanden!
Als wir eine Woche nach dem Hurrikan am letzten Mittwoch auf St. Maarten ankamen, war ihr Boot immer noch nicht gehoben, oder vielmehr war der erste Hebeversuch gescheitert - die Schlingen waren gerissen und das Boot lag nun halb auf dem Steg, halb im Wasser. Was war passiert? Die Jungs vom Boatyard hatten die Schlingen am Vortag ums Boot gelegt, und dann pünktlich um drei Feierabend gemacht - mit der Folge, dass die Hebeschlingen am nächsten Tag durchgescheuert waren. Echte Fachleute am Werk.
Also dauerte es drei weitere Tage, bis ein zweiter Kran organisiert war, um einen zweiten Hebeversuch zu unternehmen. In der Zwischenzeit war das Boot achtern noch tiefer als zuvor gesackt und somit der Wasserschaden noch grösser geworden.
Am Samstag gelang die Bergung dann endlich - und glich einem Ballet mit zwei Kränen mit einem Boot. Als dieses schliesslich aufgebockt auf dem Trockenen stand, bot sich ein trauriger Anblick: der Maschinenraum, die Pantry und der grösste Teil des Salons war wasserdurchtränkt und ölverschmiert. Die Pinions hatten einen Teil ihrer Besitztümer schon retten können, als sie das Boot während des Sturms verliessen, aber vom Rest, der an Bord verblieben war, blieb nicht so viel übrig. Ein schwerer Schlag für die Familie. Ob sie das Boot wieder bewohnbar bekommen werden, ist noch unsicher. Vielleicht kann man die Maschinen noch retten, obwohl sie über eine Woche unter Wasser lagen, und damit einen Teil der Verluste ausgleichen.
Jetzt sind die Pinions erst mal auf ihrem schon seit langen geplanten und wohlverdienten Urlaub - im Moment können sie eh nicht viel machen.
Wir passen derweil auf ihren Kleintierzoo auf - Hund, Frettchen und Wellensittich, und haben dafür auch den Vorteil, in dem kleinen Apartement wohnen zu können, in das sie nach der Zerstörung ihres Heims gezogen waren. Das passt ganz gut, denn auf Buena Vista zu wohnen, wäre im Moment unerträglich - Schräglage, kein Strom für die Klimaanlage, Bullenhitze, Chaos drumherum. Nun müssen wir uns erstmal wieder an das Inselleben gewöhnen.(B)

4 Wochen in Deutschland

01. September 2014

Ja, nun sind wir schon seit etwa 4 Wochen in Deutschland. Auf Urlaub sozusagen. Und seither ziemlich auf Achse - Familie und Freunde besuchen und treffen. Den Süden der Republik haben wir schon abgeklappert. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal herzlich bei allen bedanken, die an uns gedacht, uns eingeladen und herzlich aufgenommen haben. Es ist schon schön, mal wieder die “alten” Verbindungen aufleben zu lassen - denn, wie wir ja gerade festgestellt haben, sind wir schon seit 6 Jahren auf dem Boot. Unglaublich, wie die Zeit vergeht.
Ach ja, um die Frage gleich zu beantworten: Buena Vista steht trocken und sicher auf St. Martin und wartet geduldig auf unsere Rückkehr in unser “normales” Leben.(B)

Nix Neues…

19. Juni 2014

…von uns Lagunies auf St. Martin, deswegen hatten wir auch nichts zu schreiben.
Wie wir so schön in Hessen zu sagen pflegten: Lebbe geht weiter, und so ist es bei uns in den letzten Monaten auch gegangen. Wir arbeiten etwas weniger, dafür haben wir es letztens mal geschafft, Buena Vista von der Mooring loszubinden und für ein paar Tage um die Nachbarbuchten zu ziehen. Schönes klares Wasser, ein bisschen Tauchen, Schnorcheln und Kajaken, das war fast wie Urlaub.
In St. Martin ist definitiv die Nachsaison eingezogen, die meisten Segler sind in alle Himmelsrichtungen verschwunden, die Marinas sind leer, Kreuzfahrtschiffe kommen auch nicht mehr im halben Dutzend und so wirkt alles ein bisschen ruhiger als in der belebten Winterzeit.
Sommersaison ist natürlich auch wieder Saison für tropische Wirbelstürme, also beobachten wir die Wetterentwicklung wie gewohnt täglich. Aber wir machen uns nicht soviele Sorgen, denn in ein paar Wochen kommt unser schwimmendes Zuhause wieder mal aufs Trockene, sturmsicher abgestützt, und danach werden wir für den Rest des Sommers nach Deutschland kommen. Ist ja schon eine Weile her, dass wir dort waren, 3 bzw. 5 Jahre. Wir freuen uns schon darauf, unsere Familien und Freunde wieder mal “live und in Farbe” zu treffen und sind natürlich auch schon ganz gespannt, wie sich Deutschland mittlerweile anfühlt.
Bis dahin drücken wir erstmal unserem Team in Brasilien die Daumen, denn auch hier regiert König Fussball die Welt! (B)

Segelfreunde

02. April 2014

Wir arbeiten wir nicht nur. Zwischendurch haben wir auch ein Sozialleben.
Am Valentinswochenende segelten wir BuenaVista die 5 Meilen nach Grand Case und verbrachten ein herrliches Wochenende außerhalb der Lagune. Wir ankerten in klarem Wasser, gingen Tauchen und genossen ganz einfach unsere Insel. Das sind Momente warum wir verstehen, warum so viele Leute in die Karibik wollen.
Wie schon gesagt, ist St. Martin der Platz wo sich alles trifft. So hatten wir das Glück und die Freude viele unserer Segelfreunde zu treffen, die wir immer mal wieder auf unseren Wegen getroffen haben. Unsere irischen Freunde von der Karma schauten nach 2 Jahren wieder mal vorbei, Bobby und Noel, die wir aus Grenada kennen, sahen wir nach 3 Jahren wieder und hatten einen wunderschönen Abend.
Ein Highlight aber war das Wiedertreffen mit den Holländern von der Equinox, die wir vor 5 Jahren das letzte Mal auf den Kanaren gesehen hatten. Sie brachten uns von unseren Freunden von Northdiving, Lanzarote einen kanarischen Rum mit. Sie hatten es sogar fertig gebracht, die Flasche nicht zu öffnen. Gut!
So verbrachten wir einen fröhlichen Grillabend auf ihrem Trimaran und köpften den Rum.
Dies sind nur Einige der Segler, die wir treffen. Das ist das interessante an unserem Leben. Immer wieder trifft man nette Menschen mit denen man zwar teilweise nur sporadischen Kontakt haben kann. Wenn man sich dann aber wieder sieht, ist es als ob man sich gestern zuletzt gesehen hat.
Davon abgesehen, haben wir auf der Insel auch sehr gute Freunde und so treffen wir uns zum BBQ. Eine Gelegenheit oder Anlass findet sich immer. (A)

Time flys if you are having fun!

01. April 2014

Wow, wir haben schon April und wir haben über einen Monat nichts in unser Logbuch geschrieben! Also werde ich versuchen mal einen kurzen Abriss der vergangenen Monate zu geben.
In der Karibik haben wir im Winter Hauptsaison, das heißt für uns Arbeit, Arbeit, Arbeit.
St. Martin/Sint Maarten ist die Anlaufstelle für alle Diejenigen, die ihre Boote fit machen wollen um entweder über den Atlantik zurück nach Europa wollen oder Richtung Panama segeln. Natürlich gibt es auch die typischen Karibiksegler, die jedes Jahr wieder kommen.
So waren die letzten Wochen ausgefüllt mit Bootsreparaturen aller Art und natürlich müssen diese auch geputzt werden. Nebenbei arbeite ich noch in der Tauchschule. Während also andere Menschen die Hauptsaison zum Segeln nutzen, liegt unsere BuenaVista sicher an ihrer Mooring und wartet darauf, dass wir auch ihr Gutes angedeihen lassen. (A)

Aufregendes Alltagsleben

12. Februar 2014

Wie Björn schon geschrieben hat sind wir seit unserer Ankunft in St. Martin am Arbeiten. Da ist es schwierig neue und interessante Berichte zu schreiben. Wer will schon vom “harten” Leben auf einem Boot hören?!
Björn repariert anderer Leute Boote und ich arbeite wieder als Tauchlehrerin und helfe Boote über- und Unterwasser zu reinigen. Neben all dem muss natürlich unser Boot in Stand gehalten werden. Die tropische Sonne und das Salzwasser fordern eben ihren Tribut.
Dennoch gibt es auch für uns außergewöhnliche Tage. Gestern hatte ich 3 Tauchgänge der Extraklasse. Eine riesige grüne Muräne gab ihr Stelldichein und wir konnten sie fast 10 Minuten jagend im Freiwasser bewundern, Schildkröten schwammen gemächlich neben uns her, Haie begleiteten uns, die ersten Adlerrochen trafen ein und umkreisten uns und zum guten Schluss konnten wir noch karibische Hummer bei ihrem doch etwas rauhen Liebesspiel beobachten. Was braucht man mehr?
Also nicht böse sein wenn unsere Berichte etwas spärlich sind, aber sobald es wieder etwas Außergewöhnliches zu berichten gibt, melden wir uns wieder. (A)